1 Herzlichen Glückwunsch!Mit dem Aufschlagen dieses Buches hast du
schon den ersten und wichtigsten Schritt zum Beenden deiner Sucht oder einer
anderen Art von Zwangsverhalten getan. Suchtfrei bietet einen neuen und
überraschend einfachen Ausweg aus jeder Art von Abhängigkeit oder
Zwangsverhalten. Ein wichtiges Kennzeichen dieses Ausweges ist, daß keine oder
kaum Entzugserscheinungen auftreten. Ein anderes Merkmal besteht darin, daß du
nach dem Aufgeben deiner Sucht nicht mehr von einem inneren Zwiespalt gequält
wirst. Die Methode, die ich hier darlegen werde, appelliert nämlich nicht an
das, was üblicherweise „Willenskraft“ genannt wird. Bei dieser altmodischen
„Willenskraftmethode“ ist der Moment des Aufhörens der Beginn eines schweren
Kampfes mit dir selbst. Doch wenn du genau hinschaust, siehst du, daß du als
Süchtige oder Süchtiger sowieso dauernd mit dir selbst kämpfst, nämlich
jedesmal, wenn du dich wegen deiner Sucht selbst kritisierst. Die hier
vorgestellte sogenannte Aufatmen-Methode beendet den Kampf mit dir selbst und
gibt dir die Möglichkeit, in sehr kurzer Zeit deine Freiheit und Unabhängigkeit
zurückzuerlangen.
Auch wenn du nicht im üblichen Sinn dieses Wortes süchtig
bist, sondern geplagt wirst von Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen, kann dir
Suchtfrei etwas bieten. Der Einfachheit halber spreche ich auch in diesen Fällen
von Sucht. Auf diese Weise wirst du als Leserin oder Leser manchmal als Süchtige
oder Süchtiger angesprochen werden, während du dich selbst nicht gerne so nennen
würdest. Im Verlauf des Buches werde ich aufzeigen, daß auf einer tieferen Ebene
wenig Unterschied besteht zwischen einem Heroinabhängigen und jemandem, der
jeden Abend stundenlang zwanghaft Computerspiele spielen muß. Beide können mit
Hilfe derselben Methode ihr Zwangsverhalten beenden.
“Aber wie sollte mir ein
Buch helfen können, meine Sucht zu beenden?”, wirst du dich vielleicht beim
Lesen dieser Einleitung fragen. Und richtig: das geht auch nicht. Das kann kein
einziges Buch, keine einzige Methode, keine einzige Therapie, kein einziges
Entzugsprogramm. Die schlichte Wahrheit ist, daß das Beenden einer Sucht etwas
ist, das du ganz und gar selbst tun mußt. Das häufige Scheitern bestehender
Entzugsprogramme rührt gerade daher, daß diese nicht oder ungenügend von dieser
einfachen Wahrheit ausgehen: Du mußt es selbst tun. Die große Frage ist
natürlich: WIE? Wie kannst du deine Sucht aufgeben, ohne mit diesen elendigen
Entzugserscheinungen in Berührung zu kommen, ohne in diesen heftigen Kampf mit
deinen eigenen Zwangsgedanken verwickelt zu werden, ohne in dieser
aussichtslosen Leere zu landen? Wie kannst du es einrichten, daß das Aufhören
vom allerersten Tag an ein Fest ist von wiedergewonnener Freiheit,
Unabhängigkeit und Selbstwertgefühl? Genau das will dieses Buch dir geben. Es
zeigt dir, wie du deiner Sucht entkommen und das Aufhören vom ersten Tag an als
eine Befreiung erfahren kannst, als das Ende eines erdrückenden Alptraums, als
ein erleichtertes Aufatmen. Das ist auch der Grund, warum ich diese Art des
Aufhörens die „Aufatmen-Methode“ genannt habe.
Die Aufatmen-Methode gründet
nicht auf einem Glauben. Du brauchst dich nicht zu einer anderen Religion oder
New-Age-Überzeugung zu bekehren, obwohl es passieren kann, daß du nach dem Lesen
dieses Buches einige Dinge vielleicht anders siehst. Es ist auch kein
wissenschaftlich-psychologisches Handbuch, obwohl du nach dem Lesen dieses
Buches möglicherweise mehr Einsicht haben wirst in psychische Prozesse, die mit
Sucht zusammenhängen. Es ist kein Buch über Disziplin, obwohl du nach dem Lesen
womöglich dein Leben besser meistern wirst. Es ist kein Buch über Willenskraft,
obwohl du nach dem Lesen mehr als je zuvor wissen wirst, was du willst. Dieses
Buch ist kein Roman, obwohl du während des Lesens vielleicht Schmerz und Kummer
erfahren wirst, ebenso Erleichterung, Freude und Ergriffenheit. Das alles ist
dieses Buch nicht. Was ist es dann?
Ich war früher selbst süchtig
nach verschiedenen Dingen. Dieses Buch ist eine Beschreibung der Suche nach dem
Fluchtweg. Es ist eine Wegbeschreibung vom einfachen Ausweg aus dem
Abhängigkeitsdschungel, damit du nicht alle Fehler machen mußt, die ich gemacht
habe. Dadurch bietet dieses Buch also auch eine enorme Zeitersparnis: Wozu ich
zehn Jahre gebraucht habe, können andere in viel kürzerer Zeit erreichen. Du
kannst dieses Buch wie einen Spiegel benutzen, in dem du viel von deiner
eigenen Sucht, deinem Zwangsverhalten oder deiner Abhängigkeit erkennen wirst.
Dieser Spiegel wird dir vielleicht auch etwas Neues über dich selbst zeigen
können, etwas, das du noch nicht eher sehen konntest oder wolltest, das dir
aber, sobald du es erkennst, den Ausweg aus deiner beklemmenden Situation
zeigt.
2 Für wen ist dieses Buch gedacht?
Diese Methode kann von jedem angewendet werden, der süchtig im weitesten
Sinn dieses Wortes ist: Heroin-, Kokain-, Amphetamin-, Extacy-, Hasch- und
andere moderne Hart- und Weichdrogenbenutzer. Sie eignet sich auch für Menschen,
die abhängig sind von Schlaf- und Beruhigungsmitteln oder anderen, vom Arzt
verordneten Medikamenten. Außerdem für Alkoholiker, Raucher und alle, die an
Eß-, Spiel-, Sex- oder Beziehungssucht leiden. Ferner gibt es Tätigkeiten, die
je nachdem, wie zwanghaft sie betrieben werden, ebenfalls als süchtig machend
eingestuft werden können: Fernsehen, Computerspiele, Religion, Fußball,
Briefmarkensammeln, Putzen usw. Kurz: Dieses Buch wendet sich an alle, die sich
in einer Situation eingeklemmt fühlen, gekennzeichnet durch eine oder mehrere
der folgenden vier Merkmale: Zwanghaftigkeit, Abhängigkeit, Angst und
Destruktivität.
Für viele Süchtige ist Abhängigkeit nicht ihr einziges
Problem. Oft sind infolge der Sucht auch andere Probleme entstanden wie der
Verlust des Arbeitsplatzes, die Entfremdung von Familie und Freunden,
Obdachlosigkeit etc. Dieses Buch löst diese Probleme natürlich nicht. Doch wenn
du erst einmal dein Suchtverhalten durchbrochen hast, wirst du von selbst Lust
bekommen, sie zu bewältigen. Suche Hilfe bei deiner Familie oder Freunden oder
bei den zuständigen Institutionen.
Suchtfrei wurde hauptsächlich für
Süchtige geschrieben. Doch es kann auch für Familienangehörige von Abhängigen
sehr nützlich sein. Es erlaubt einen klaren Blick auf das, was Sucht eigentlich
ist, und das versetzt dich in die Lage, dein Kind, deine Schwester, deinen
Bruder oder ein anderes Mitglied der Familie besser zu verstehen und ihm oder
ihr zu helfen. Vielleicht lernst du auch, dich selbst und deine Haltung dem
Süchtigen gegenüber besser zu verstehen. Oft haben nahe Familienangehörige
nämlich Anteil am Abhängigkeitsmuster der Süchtigen. Tatsächlich bist du als
Familienmitglied in gewisser Weise selbst auch abhängig. Vieles von deinem
Verhalten dem Süchtigen gegenüber ist ja zwanghaft und wird von
(Selbst-)Vorwürfen und Schuldgefühlen begleitet. Ist dir Folgendes noch nicht
aufgefallen: Je mehr du dich bemühst, etwas an der Situation zu ändern, desto
tiefer versinkt der Süchtige in seiner Abhängigkeit und desto erdrückender wird
der Zustand. Willst du als Partnerin oder Partner, Familienmitglied, Freund,
Bekannte oder Bekannter des Süchtigen dieses Buch lesen, so tu es für dich
selbst. Stell dir nicht die Frage, wie du den Süchtigen retten kannst, sondern
schau auf dein eigenes Suchtverhalten. Auf diese Weise kann dieses Buch auch für
dich sehr herausfordernd sein. Je inniger deine Beziehung zu dem Süchtigen ist,
desto mehr handelt dieses Buch auch von dir, spricht von deiner Abhängigkeit,
deinem Schuldgefühl, deinen Zwängen, deiner Sucht. Und erst wenn es dir gelungen
ist, deine eigene Abhängigkeit zu durchbrechen, kannst du einer süchtigen
Person, die du liebst, auch tatsächlich Hilfe anbieten.
Suchtfrei
kann auch für Mitarbeiter in der Suchthilfe sehr nützlich sein. Die haben es
meist nicht leicht. Die Art und Weise, wie die traditionelle Hilfeleistung für
Abhängige organisiert ist, arbeitet mit dem Scheitern Hand in Hand. Auf der
einen Seite wird während des Entzugsprogramms wenig daran gearbeitet, die
Ursachen der Sucht aufzudecken, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls
groß ist. Wenn du andererseits als Süchtige oder Süchtiger erst an den Ursachen
arbeiten willst, wird psychotherapeutische Hilfe meistens verweigert, weil du
zunächst entziehen mußt. Der einzelne Helfer muß innerhalb dieses merkwürdigen
Systems seine Arbeit tun und erfährt diese oft als vergeudete
Liebesmüh.
Hinzu kommt noch, daß dir als Helfer wahrscheinlich die
Normvorstellung über Süchtige vermittelt wurde. Diese besagt, daß es furchtbar
schwierig ist, sich von einer Abhängigkeit zu befreien, und daß selbst
derjenige, dem dies gelingt, für den Rest seines Lebens ein Abhängiger bleibt,
der aufpassen muß, nicht rückfällig zu werden. Süchtige, die endlich allen Mut
zusammennehmen, um Hilfe aufzusuchen, werden auf diese Weise einer Behandlung
ausgesetzt, die ihre eh schon verletzliche Motivation zerstört, ihre Angst vor
der Zukunft vergrößert und ihre Wahnideen über die eigene Schwäche verstärkt.
Der Abhängige denkt: “Diese Menschen sind dafür ausgebildet, sie werden schon
wissen, was das beste für mich ist.” Das ist aber leider nicht der Fall, und
nach diversen Zurückweisungen und festgefahrenen Behandlungen steckt der
Abhängige noch tiefer im Sumpf.
Die Aufatmen-Methode zeigt, daß es überhaupt
nicht so schwierig ist, sich von einer Sucht zu befreien, und daß ein
Abhängiger oder Ex-Abhängiger nicht wirklich anders ist als alle anderen
Menschen. Wenn du als Suchthelfer dieses Buch liest, verhilft dir dies
vielleicht zu neuen Erkenntnissen über Abhängigkeit, vor allem zu der, daß du
dich von deinen abhängigen Klienten eigentlich nicht sonderlich unterscheidest.
Soweit es das System erlaubt, kannst du dadurch deine Behandlungspraxis
erfolgreicher machen und, wer weiß, vielleicht auch etwas an diesem System
verändern.
Ob du dieses Buch nun liest, weil du selbst abhängig bist oder
weil du als Familienmitglied, Freund, Bekannter oder Suchthelfer mit dem
Phänomen der Abhängigkeit konfrontiert bist, macht eigentlich keinen großen
Unterschied. Den größten Gewinn hast du, wenn du bereit bist, dich selbst zum
Gegenstand dieses Buches zu machen und zu untersuchen, wo deine eigenen
Abhängigkeiten und Zwänge eine Einschränkung deines Lebensglücks
bilden.
3 GebrauchsanleitungSuchtfrei bietet nicht mehr und
nicht weniger als einen einfachen Ausweg aus deiner Abhängigkeit, und das sogar
ohne nennenswerte Entzugserscheinungen und ohne „Willenskraft“ aufwenden zu
müssen. Um dieses unglaubliche Ergebnis erreichen zu können, mußt du als Leser
die folgende Gebrauchsanleitung beachten.
1. Erst lesen und dann erst
aufhören Dies bedeutet, daß du mit deinem Suchtverhalten erst aufhören
sollst, nachdem du dieses Buch zu Ende gelesen hast. Es ist nicht beabsichtigt,
deine Sucht bereits beim Lesen abzubauen. Bei einigen Medikamentenabhängigen
kann nach dem Entschluß aufzuhören ein stufenweises “Ausschleichen“ nötig sein.
Bei allen anderen Süchten ist ein Ausschleichen oder Entziehen nicht nötig;
Entziehen macht das Aufhören sogar unnötig schwer.
2. Sorge dafür, daß du
während des Lesens nüchtern bistWenn du sturzbetrunken, superhigh von Gras
oder „stramm“ von Aufputschmitteln bist, hat das Lesen wenig Sinn. Wenn du
regelmäßig unter Einfluß von Alkohol oder Drogen stehst, dann lies
ausschließlich in den Zeitabschnitten, in denen dein Rausch abgeklungen ist.
Deine Medikamente und Schlafmittel kannst du während des Lesens weiterhin
einnehmen. Auch Zigaretten kannst du rauchen.
3. Halte dich an die
AnweisungenDu liest dieses Buch mit einem Ziel: von deiner Abhängigkeit frei
zu werden. Suchtfrei bietet dir einen gangbaren Weg, mit dem dies viel einfacher
ist als mit den Methoden, die du bereits kennst, und auch viel einfacher, als
deine Angst dir weismachen will. Wenn du diesen Weg kennenlernen willst, mußt du
dich an die Anweisungen halten. An einigen Stellen werde ich dich bitten, das
Buch kurz zur Seite zu legen, um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen. Diese kann
darin bestehen, über etwas nachzudenken oder etwas aufzuschreiben. Du kannst
dies natürlich einfach weglassen und weiterlesen. Doch dann entgeht dir
vielleicht eine wichtige Erfahrung. Wenn du dich selbst ernst nimmst in deinem
Bestreben, von deiner Abhängigkeit frei zu werden, dann nimm auch die
Anweisungen ernst, selbst wenn du nicht gleich verstehst, wozu dies gut ist.
Eine Erklärung folgt später.
4. Überblättere nichts, lies jedes Kapitel
erst dann, wenn du das vorhergehende ausgelesen hast Manche Menschen sind so
neugierig auf die Lösung des Knotens und wollen so gerne von ihrer Abhängigkeit
frei werden, daß sie gleich hinten zu lesen anfangen. Leider läufst du damit
aber am Ziel vorbei. Es gibt weiter hinten nämlich nicht eine Seite, mit Hilfe
derer deine Sucht aufgelöst werden könnte. Es geht darum, das Buch von A bis Z
zu lesen. Der Aufbau hilft dir schließlich, dich von deiner Abhängigkeit zu
befreien. Das gilt auch für die Kapitel, in denen bestimmte Süchte einzeln
besprochen werden: Lies nicht nur das Kapitel über deine eigene Sucht. In der
Beschreibung einer anderen Abhängigkeit begegnet dir vielleicht etwas, das
gerade für dich wichtig ist, um deine eigene Sucht zu durchschauen. Zudem sind
die Kapitel über Beziehungs- und Sexsucht sowieso für beinahe jeden von
Bedeutung.
Andere gehen gleich auf die Suche nach Textstellen, von denen sie
sagen können: “Da siehst du, daß dies eine wertlose Methode ist!“ Wenn du
beweisen willst, daß es nicht möglich ist, auf einfache Weise von deiner Sucht
loszukommen, wird es dir zweifellos gelingen. Du kannst dir die Mühe des
Weiterlesens dann besser sparen. Schade natürlich, daß du dann nie wissen wirst,
warum viele andere Menschen dank dieser Methode sehr wohl aufhören konnten.
Also, was willst du eigentlich: eine Bestätigung deines eigenen Vorurteils?
Einen extra Grund, dich selbst weiterhin als Opfer deiner Sucht fühlen zu
können? Oder eine einfache Methode, um davon loszukommen?
Na also!
5.
Lies Suchtfrei in möglichst kurzer Zeit durchDu könntest schon nach wenigen
Kapiteln das Gefühl bekommen: Meeeensch klasse, das ist eine super Methode, bald
bin ich echt von meiner Sucht befreit. Doch dann bekommst du Panik und liest
immer langsamer. Du befürchtest, daß du am Ende des Buches nicht mehr süchtig
sein könntest. Im Grunde sind diese langsamen Leser Opfer ihrer eigenen Angst
vor der Zeit nach dem Aufhören. Aber sei beruhigt: Diese Methode nimmt dir
nichts weg, sie zwingt dich in keinster Weise, mit deiner Sucht aufzuhören. Es
ist nicht so, daß du aufhören mußt, wenn du mit dem Lesen fertig bist. Entweder
hörst du auf oder nicht, das entscheidest du selbst. Doch macht es dir wirklich
Spaß, süchtig zu sein? Aufhören mit Hilfe dieser Aufatmen-Methode wirst du nur,
wenn du ganz viel Lust dazu hast und weil du ganz viel Lust dazu hast.
Andere
lesen ganz langsam, weil das Vorhaben aufzuhören so ein schönes Gefühl erzeugt.
Du kannst deine Schuldgefühle über deine Sucht etwas verringern, indem du so
tust, als ob du dich mit dem Aufhören beschäftigst. Doch natürlich bist du
selbst der erste, der diesen Trick durchschaut. Gerade dieser Selbstbetrug
nämlich sorgt letztlich für eine Zunahme der negativen Gefühle, die du als
Abhängige oder Abhängiger über dich selbst hast.
Diese letzte Anweisung zum
Umgang mit diesem Buch will dir deutlich machen, daß du jedes Kapitel lesen
mußt, ehe du das vorhergehende wieder vergessen hast. Manche Süchtige bauen
während des Lesens ihren Beschluß aufzuhören allmählich auf. Ihnen empfehle ich,
jeden Tag mindestens ein Kapitel zu lesen. Noch langsamer zu lesen bedeutet,
dich selbst zum Narren zu halten. Auf diese Weise arbeitest du innerhalb einiger
Wochen das ganze Buch durch. Rechne dir vorher aus, bis wann du es auslesen
könntest. Das ist dann der Tag, an dem du deine Sucht beendest.
Möchtest du
dich hingegen so schnell wie möglich von deiner Sucht befreien? Dann kannst du
auch einen Mittag und Abend frei nehmen, um das Buch in einem Zug durchzulesen.
Ab und zu machst du eine Pause von einer Stunde, in der du essen oder
spazierengehen und mit dir allein sein kannst. Ob du nun wenig oder viel Zeit
dazu brauchst: Lies in jedem Fall die letzten Kapitel an dem Tag, an dem du
aufhörst. Sorge dafür, daß du alleine bist, zieh den Telefonstecker raus und
mach aus diesem Tag ein besonderes Abenteuer, ein Geschenk von dir selbst an
dich selbst. Du wirst es nie bereuen.
Das waren die einleitenden Kapitel.
Jetzt geht‘s an die Arbeit. Willst du damit beginnen? Denk einmal gut über deine
Motivation nach, Suchtfrei zu lesen. Willst du deine Sucht schrecklich gerne
loswerden? Hast du Angst, deine Abhängigkeit zu verlieren? Bist du skeptisch, ob
diese Methode doch nur ein traumtänzerisches New-Age-Gelaber ist? Oder geht dir
das alles gleichzeitig durch den Kopf?
Halte dir auch das Resultat, das du
erreichen willst, gut vor Augen: Befreiung von deiner Sucht? Mehr Verständnis?
Besser in der Lage sein, anderen zu helfen? Psychologische Erkenntnisse? Eine
Sache steht fest: Dieses Buch kann dir nur bieten, was du selbst erreichen
möchtest. Darum überlege dir noch einmal genau, was du eigentlich willst, ehe du
weiterliest. Es kann dein Leben verändern. Oder besser: Du kannst dein Leben
verändern, und diese Methode zeigt dir wie. Was würdest du verändern wollen,
wenn du wüßtest, daß es möglich ist?